Der Verschmähte

Er liebte Sie so herzinnig
Und setzte auf Sie sein Glück,
Sie aber war eigensinnig
Und wies seine Liebe zurück.

Umsonst sein glühendes Werben,
Umsonst seine rührende Treu –
Das brachte schon Manchem zum Sterben,
Es ist die Geschichte nicht neu.

„Und willst Du mein Herz nicht begreifen,
Das Deine nicht wenden mir zu,
So muss ich die Lande durchschweifen
Fortan ohne Rast und Ruh.“

So schwur er in heiliger Stunde,
Sie aber lächelte kalt.
Die Hand zum ehelichen Bunde
Reicht Sie einem Anderen bald.

Des Schwures heilige Bande
Er hat sie nicht verletzt –
Rastlos durchschweift er die Lande –
Als Lokomotivführer jetzt.