Der Hirtenknabe

Schweigend steht mit seinem Stabe
In der Mittagssonne Strahl
Auf dem Berg der Hirtenknabe,
Und er schaut hinab ins Tal.

Grasend um den grünen Hügel
Zieht der frommen Lämmer Schar;
Rührt des Heimwehs dunkler Flügel
Wohl das Herz des Hirten gar?

Oder hält den Sinn gefangen
Ihm der Lieb verlorenes Glück?
Bleich und hohl sind seine Wangen,
Trübe ist des Hirten Blick.

Ist es heilige Entsagung,
Die sein Antlitz so verzerrt?
- Nein! Doch wegen Unterschlagung
Wird er nächstens eingesperrt.