Der Andere

Als vergnügt ich aus der Schenke
Gestern Abends ging nach Haus,
Schlich sich Einer – man bedenke
Meinen Schreck – mit mir heraus.

Drinnen hat ich den Gesellen
Nicht bemerkt und nicht gesehen,
Aber draußen spürt ich deutlich
Ihn an meiner Seite gehen.

Selbst an meines Hauses Stufen
Ging der Freche nicht vorbei,
Sollt ich wohl um Hilfe rufen? –
Doch schon schlief die Polizei.

Und ich stieg empor – ihr Götter!
Er auch stieg mit mir empor,
Stieß mich an die harten Bretter,
Rannte mich ans starke Tor.

Was beginn ich? Ganz verzweifelt
Öffne ich Tür und auch Gemach
Und der Bursche wie verteufelt
Stürzt sich mir ins Zimmer nach.

Auf das Lager sank ich nieder,
Denn wie Fieber fasst mich‘s an,
Ganz erschöpft streck ich die Glieder,
Um mich fing‘s zu wanken an.

Also lag ich viele Stunden
Ganz bewusstlos da die Nacht –
Morgens war der Bursch verschwunden
Und allein bin ich erwacht.

Uhr und Geld und Pretiosen
Alles lag noch unberührt –
Ich erkannte, dass kein Dieb mich
Gestern Abend heimgeführt

Und doch fühlt ich mich misshandelt,
Wie geprügelt ganz und gar,
Ja! als hätt er mich gebeutelt,
Also schmerzt mich heut das Haar.

Was der Schurke wohl bezweckte,
Der sich nahte mir so dreist?
Wer den Frechen mir entdeckte,
Wer er war und wie er heißt?

Dieses heut noch zu ergründen,
muss ich in die Schenke gehen;
Dort, wer weiß, werde ich ihn finden
Und ihn Abends wiedersehen.