Die Geschichte vom Peter,
der die Schule versäumt hat.


 
Der Peter soll in die Schule geh‘n,
Möchte‘ aber gern entwischen,
Davon schleicht er sich auf den Zeh’n,
Um an dem See zu fischen.

Der Lehrer sieht den Peter nicht
Und fragt das Nachbarskind:
„Wo ist den Peter, der faule Wicht,
Wo blieb er, sag’s geschwind?“
„Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht,“
Sogleich das Mädchen darauf spricht.

Der Peter kommt am See nun an,
Am Ufer steht ein Fischerkahn,

Da setzt er sich Geschwind hinein
Und fährt zu einem großen Stein.

Viel Fische schwimmen in der Flut,
Gesotten wären sie wohl gut;
Gebraten und gebacken auch
Und schwarz geröstet in dem Rauch.

Der Peter denkt an solchen Schmaus,
Wirft gierig seine Angel aus
Und von der Menge ganzem Troß
Beißt gleich ein Fisch an riesengroß.
Und Peter zieht und zieht und zieht,
Damit der Fisch ihm nicht entflieht,
Doch Peter ist zu klein und schwach,
er muß dem Fisch ins Wasser nach.
Plumps! Fällt der Bursche in den See
Und hat kaum Zeit zu schrei‘n: „O weh!“

Da werfen zu derselben Zeit
Zwei Fischer aus ihr Netz so weit,
Dass Peter und der Fisch zugleich
Hinschwammen in des Fangs Bereich.
Die Fischer ziehen an dem Strick:
O welch‘ ein Glück, o welch ein Glück!
Das Netz ist ungeheuer schwer,
Darüber freuen sie sich sehr.

Und bei den Fischen groß und klein,
Die in dem Netz gefangen fein
Liegt mittendrinnen leichenblass
Der kleine Peter watschelnass.
Hätt‘ man ihn nicht im Netz getroffen,
Wär‘ ohne Zweifel er ersoffen.

Zur Lehre nehmt euch die Geschicht‘:
Seid fleißig, fehlt die Schule nicht,
Ihr würdet dann auch pudelnass,
Oder’s geschäh‘ Euch sonst etwas.