Humor in der Ehe


Nur nicht heiraten!

„Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
Der wollte keine Knechte!“
Drum mit dem Degen, mit dem Spieß
Kämpf‘ ich für Menschenrechte.
Ich mahne alle Junggesellen,
An meine Seite sich zu stellen.
Zwar bin ich selbst ein Frauensklave
Und trage schwere Weiberfesseln!
Anstatt, dass ich auf Rosen schlafe,
Wälz‘ ich allnächtlich mich auf Nesseln.
Drum will ich euch in Schattenbildern
Der Ehe grässlich Dasein schildern.
Wenn ich ein ahnungsloses Paar
Zum Ehejoch seh‘ sich einen,
Dann bin ich meist mir noch nicht klar,
Soll ich drob lachen oder weinen,
Denn immer bleibt’s ein Unterschied,
Bei welchem Lichte man’s besieht.
Besieht man’s von der Schattenseite,
Die doch am allernächsten steht,
Da weint man laut vor Herzeleide,
Wenn einer in die Schlinge geht,
Denn nichts ist auf der Welt so bitter,
Als so ein Frau‘n-Pantoffelritter.
Und wenn man denn bei günst’gem Lichte
Die Sache sich genau beguckt,
Dann scheint’s, als ob bei der Geschichte
Uns doch das Herz ein wenig zuckt;
Man liebt zuerst zwar überschwenglich -
Doch leider ist das auch vergänglich!
Das wird ja nie ein Mann bestreiten:
Die Frauen haben unbedingt
Recht lobenswerte, gute Seiten.
Jedoch, wie sonderbar auch’s klingt,
Sobald wir davon sind verblendet,
Das Blättchen sich ursprünglich wendet.
Drum, überblickt man so das Ganze,
Braucht man nicht lange erst zu grübeln;
Man fühlt, die edle Frauenpflanze
Gehört zu den notwend’gen Übeln;
Denn für den Mann ist sie beschwerlich -
Und dennoch – beinah‘ unentbehrlich!
Ich kann beim Himmel nicht begreifen,
Wie Dichter oft die Frau’n besingen,
Die doch mit Zanken und mit Keifen
Den Mann oft zur Verzweiflung bringen.
Und die Vergleiche, die sie machen, -
Die Herren Dichter, - `s ist zum Lachen!
„Die Frauen sind des Lebens Würze!“
Singt mancher: doch da ist nichts los:
Die „Würze“ ist in aller Kürze
Doch Essig – Salz und Pfeffer bloß.
Und oft sieht sie manch blinder Mann
Für Rosen oder Engel an.
Ja, Rosen sind sie – in dem Sinne,
Dass jeder, der solch Röslein bricht,
Sich gleich von solchem Anbeginne
An ihren Dornen schrecklich sticht.
Drum rat‘ ich jedem jungen Herrn:
O, bleib‘ den bösen Rosen fern!
Und Engel?  - Na, `s  stimmt auch beinah.
Wenn man bis jetzt am Rücken hinten
Auch keine Engelsflügel sah,
Sah man doch manche schon verschwinden;
Mit andern sah man sie dort fliegen,
Drum, - lasst die Engel abseits liegen!
Wie wird von seiner teuren Holden
Oft mancher Ehemann traktiert;
Alltäglich wird er ausgescholten,
Wenn er nicht gleich auf’s Wort pariert.
Drum, Junggeselle, lasst euch warnen,
Lasst euch von Mädchen nicht umgarnen!
Seht rings euch nur die Frauen an:
In ihrer Brust glüht das Verlangen
Nach einem braven Ehemann.
Seid auf der Hut, lasst euch nicht fangen!
Sie streu’n euch Zucker insgeheim -
Drum Vorsicht, geht nicht auf den Leim!
O hört, ihr freien Männer alle!
Nascht nicht vom aufgestellten Speck.
Geht ja nicht in die Mausefalle;
Ich sage euch, `s hat keinen Zweck.
O, lasst euch warnen nicht vergebens,
Sonst werdet Gimpel ihr zeitlebens.
Weh‘ denen, die da unterliegen!
Vier Wochen lang gibt’s süße Frucht;
Dann müssen sie zu Kreuze kriechen
und seufzen unter Frauenzucht.
Beherzigt drum den alten Spruch aufs neue:
Der Wahn ist kurz – doch ewig währt die Reue!

Appl