Mit Kochlöffel, Quirl, Schaufel und Besen


Hochzeit, so hört‘ ich, sei hier im Haus,
Drum wagte ich mich heut‘ hinaus
Und machte mich in schnellster Weise
Hierher zu Fuß mal auf die Reise.
Ich wollt‘ doch sehn’ mit frohem Blick
Das Brautpaar heut‘ in seinem Glück.
Du, liebe Braut, das sag‘ ich gleich,
Wirst Königin im Küchenreich,
Dort führst die Herrschaft du allein,
Kochst, brätst und bäckst gar wunderfein
Die allerschönsten Leckersachen,
Die dir den Mann zum Sklaven machen;
Denn wahr ist’s, was geschrieben steht,
Dass die Liebe durch den Magen geht.
(überreicht den Kochlöffel)
Hier, dieses Zepter nimm von mir,
Deiner Würde Zeichen sei es dir!

(überreicht den Quirl)
Und dieser Quirl, gib mir fein acht,
Befestigt später deine Macht.
Und frönt „er“ der Topfguckerei,
Quirl‘ aus der Küch‘ ihn frank und frei!

(überreicht Schaufel und Besen)
Hier diese Schaufel, dieser Besen
Krönt in der Küche fraulich Wesen;
Denn rein sei immer Tisch und Bank,
Der Boden selbst stets blitzeblank.
Und zeigen – bist zwar treu geborgen -
Am Ehehimmel sich mal Sorgen,
Dann nimm den Besen fix und schnell,
Kehr‘ sie hinaus gleich auf der Stell‘!
Der allerschönste Sonnenschein
Lacht dann sofort ins Haus hinein.
Nun bin ich fertig. Noch viel Glück
Wünsch‘ ich euch jeden Augenblick,
Und das euch Gott in euerm Leben
Mög‘ reich des Lebens Fülle geben!
Ade! -
(zu den Anwesenden:)
Und bringt zum Schlusse noch
dem Brautpaar jetzt ein donnernd Hoch!

Felix Renker