Präsens, Luturum, Perfekt


Der Zeiten gibt’s im Ehestand drei,
was da, was kommt und was vorbei.
Die Zukunft allzeit rosig zart,
stets dornig rauh die Gegenwart,
und – je entfernter sie und weit,
je schöner die Vergangenheit.


Liebreiz und Anmut schwinden oft
bei jungen Frauen unverhofft.
Kaum haben sie die Eh‘ bezweckt,
sind beide schon – Plusquamperfekt!


Warum von gold’ner Hochzeit spricht,
von silberner man, warum nicht
nennt man auch die erste überall
man nach entsprechendem Metall?
Ich glaub man tut es dem zu Liebe,
dass nur mehr Nickel überbliebe.


Vergangenes wird verklärt im Geist,
drum stellen in der Ehe meist
vergangene Gattinnen und Gatten
die Gegenwärtigen in Schatten.


Gewissenlose Gatten sorgen
sehr häufig heute nicht für morgen
und leben in den Tag hinein,
als wäre allzeit Sonnenschein.


Versichern lässt, wies seine Pflicht,
so Mancher auch sein Leben nicht,
so dass, wenn er das Aug‘ geschlossen,
im Elend sitzen Weib und Sprossen.


Der Deinen Zukunft sei dein Sorgen
bis in die Nacht vom frühen Morgen;
dass dich beschämt nicht Katz und Maus,
sorg für die Deinen, halte Haus!