Nennwort (Nomen)

Das Nennwort, was auch Name heißt,
ist von Bedeutung allermeist.
Der Mann begehrt in Dorf und Stadt,
dass einen guten Namen hat
die Holde, die er sich erkürt
und zum Altar als Gattin führt.
Beim Mann entscheidet Rang und Stand –
sein Leumund bleibet unbekannt.

Indessen kommt es auch beim Mann
zuweilen auf den Namen an.
Kann einem Fräulein Lilienstengel,
und wär sie auch ein leibhaftiger Engel –
ein Mann willkommen sein als Freier,
mit Namen Unterniedermeier?
Und welche Frau sich glücklich preist,
wenn ihr Gemahl Schmalzrüssel heißt?!
Denn es verliert ja, wie bekannt
die arme Gattin Nam‘ und Stand
und nimmt des Gatten Namen an,
was Mancher schon sehr weh getan.
Zwar hilft sich gegen solches Weh
die Gattin oft mit einem nee,
das fehlen darf zu keiner Zeit,
wenn eine, die von Adel, freit
ein Mann, der, wär auch hoch sein Amt,
von bürgerlichen Eltern stammt.
Ein Fräulein „Kurz“ kann über Nacht
„Lang“ werden, ehe sie’s gedacht,
und „Mehlwurm“ ward – ich weiß den Fall –
eine geborene „Nachtigall“.
Drum fraget, sehr verehrte Damen,
sofort bei Freiern nach dem Namen,
denn für der künftigen Ehe Glück,
der Name ist ein wichtig Stück.
Nebst dem ist ein probates Mittel
für Frauengunst ein stolzer Titel.
Ein Maier ließ manch Mädchen kalt,
wär er nicht Staats-, nicht Rechtsanwalt.
Und so mit manchem Mann versöhnt
ein Titel, der recht vornehm tönt.
Ein „Ober“, richtig angebracht,
den Fadesten erträglich macht.
Denn Alle haben dafür Sinn,
wenn an was Hohem hängt ihr „in“.