Geschlechtswort, Artikel


Es gibt, so lehrt uns die Natur,
bekanntlich zwei Geschlechter nur,
das „starke“ und das „schwächliche“.
Doch kommt dazu das „sächliche“,
das die Grammatik so benennt,
die folglich drei Geschlechter kennt.

Artikel in der Ehe sind,
die drei: der Mann, die Frau, das Kind.
Zuweilen auch aus Zeitvertreib,
sagt statt: „die Frau“ man auch: „das Weib!“
Nur eine Eh‘ mit: der, die, das,
macht uns den rechten Lebensspaß,
und fehlt das: „das“ dem „der und die“ –
so, wie es sein soll, wird es nie!

Im Leben tritt uns oft entgegen
ungleich verteilter Kindersegen.
Der Millionär und Reichsbaron
vergeblich hofft auf einen Sohn,
dem Webertoni hat heut Nacht
den sechsten schon der Storch gebracht.
Im armen Hüterhäuslein klein
da kehren Zwillingspaare ein,
des Grafenhauses letzter Spross
sitzt kinderlos in seinem Schloss.
So war‘s und ist‘s in allen Ländern;
Daran ist eben nichts zu ändern,
drum würden die Naturgeschichten
am besten uns vom Storch berichten,
wenn‘s einfach hieße nach Gebühr:
„Der Storch – ein launenhaftes Tier,
nütz- und gefährlich unbedingt,
das, wenn es mag, uns Kinder bringt!“