Begrüßungsreden - Festreden


Heut‘ sind es fünfundzwanzig Jahr,
dass euch, geliebtes Elternpaar,
am Traualtar des Pfarrers Hand
zum Lebensbunde eng verband.
Wohl traf euch in der langen Zeit
so manches Weh, so manches Leid,
doch gab euch Gottes Vaterhuld
zum Tragen Kräfte und Geduld.
Doch über alles Weh und Leid
ging weit des Herrn Barmherzigkeit.
Die Kummernacht wich jedesmal
vor seiner Freudensonne Strahl.
Wie ist es heut‘ so licht und klar,
und froh seht ihr der Kinder Schar
in trautem Kreise um euch stehen
und Heil und Segen euch erflehen.
O möchte mit dem Silberkranz
von nun an nur der Freude Glanz
bestrahlen euren Lebenspfad,
bis ihr einst nach des Höchsten Rat,
umringt  von froher Enkel Schar,
heut über fünfundzwanzig Jahr,
von Gottes Vaterhuld umweht,
beglückt am goldenen Ziele steht.


Sei gegrüßt, du liebes Paar!
Nun sind’s fünfundzwanzig Jahr‘,
dass ihr wandert beide
treu durch Glück und Leide!
Was es gab zu tragen,
was es gab zu wagen,
habt ihr beide angefasst;
beide trugt ihr jede Last!
Eine Seele und ein Herz
jederzeit und allerwärts!
Tapfer habt ihr auch gelacht,
weil das manches leichter macht!
So gab auf der Wanderschaft
eins dem andern immer Kraft! –
Ja, wie konntet ihr zwei Treuen
euch aus Herzensgrunde freuen!
Drum erblühte euerm Bunde
auch so köstlich diese Stunde.
Silbern leuchten Strauß und Kranz
zu der Feier heiterem Glanz.
Wandert weiter, tief beglückt!
Geb‘ es Gott, dass euch einst schmückt
auch in solcher Feier Glanz
goldener Strauß und goldener Kranz!


Das war ein langes Wandern
des einen mit dem andern
durch Berg und Tal dahin.
Doch gleich ist stets geblieben
wohl euer herzlich Lieben
und euer tapferer Sinn.
Ein Beispiel seit ihr beide,
wie man in Freud und Leide
fest zueinander steht,
und, was das Herz getroffen,
im Glauben und im Hoffen
die gleiche Straße geht.