Katzenlärm


Die Katzen und der Hausherr


Tier und Menschen schliefen feste,
selbst der Hausprohpete schwieg,
als ein Schwarm geschwänzter Gäste
von den nächsten Dächern stieg.

In dem Vorsaal eines Reichen
stimmten sie ihr Liedchen an,
so ein Lied, das Stein erweichen,
Menschen rasend machen kann.

Hinz, des Murners Schwiegervater,
schlug den Takt erbärmlich schön,
und zween abgelebte Krater
quälten sich, ihm beizustehn.

Endlich tanzten alle Katzen,
poltern, lärmen, dass es kracht,
zwischen, heulen, sprudeln, kratzen,
bis der Herr im Haus erwacht.

Dieser springt mit einem Prügel
in den finsteren Saal herum,
schlägt um sich, zerstößt den Spiegel,
wirft ein Dutzend Schalen um,

gestolpert über einige Späne,
stürzt im Fallen auf die Uhr
und zerbricht zwei Reihen Zähne:
Blinder Eifer schadet nur.


Magnus Gottfried Lichtwer