zufällige Begebenheiten


Es war einmal eine Frau, die ging nie schlafen, ehe sie nicht dreimal gegähnt hatte.
So saß sie auch eines Abends, las Erbsen aus und erwartete die drei Boten des Schlafes. Da kletterte ein Dieb am Hause empor und lugte verstohlen durchs Fenster; er hatte mit zwei Spießgesellen verabredet, einzusteigen und zu stehlen, was nicht niet- und nagelfest sei. In diesem Augenblick gähnte die Frau und sagte: „Ei, das ist der erste!“ Und meinte damit den ersten Gähner. Der Dieb aber glaubte sich entdeckt, sprang zurück und schlich davon. Nach einer Weile guckte sein Kamerad durch die Scheiben und die Frau, die eben wieder gähnte, rief laut: „Hu, das ist der zweite!“ und zählte damit den zweiten Gähner. Der Dieb jedoch münzte es auf sich und suchte schleunigst das Weite. Unterdessen gähnte die Frau zum dritten Male, eben als der dritte Spitzbube an der Wand emporgestiegen war und in die Stube spähte. Er hörte eben, wie die Frau ausrief: „So, das ist der dritte und letzte!“ Hui! Da gab der Schelm Fersengeld und rannte seinen Kameraden nach. Die Frau aber hatte nun den dritten Gähner gezählt und begab sich zufrieden zu Bette, wo sie sanfter schlief als die drei verjagten Diebe im freien Felde.