Das Huhn und der Karpfen.

1. Auf einer Meierei,
da war einmal ein braves Huhn,
das legte, wie die Hühner tun,
an jedem Tag ein Ei
und kakelte,
mirakelte,
spektakelte,
als ob’s ein Wunder sei.

2. Es war ein Teich dabei,
darin ein braver Karpfen saß
und stillvergnügt sei Futter fraß;
der hörte das Geschrei:
wie’s  kakelte,
mirakelte,
spektakelte,
als ob’s ein Wunder sei.

3. Da sprach der Karpfen: „Ei!
Alljährlich leg ich ne Million
und rühm‘ mich des mit keinem Ton.
Wenn ich um jedes Ei
so  kakelte,
mirakelte,
spektakelte –
was gäb’s für ein Geschrei!“

Heinrich Seidel